Rechtschreibung
Die Rechtschreibung wandelte sich ebenfalls erheblich und öfters,
z.B. bei der Gross- und Kleinschreibung, beim Wörter zusammen oder getrennt
schreiben, bei der Verwendung verschiedener Buchstaben für den
gleichen Laut. In früheren Zeiten gab es in Deutschland für die
verschiedenen Dialekte auch unterschiedliche Rechtschreibung. Die erste
offizielle Rechtschreibreform gab es in Deutschland 1901, wobei
preussische Formen bevorzugt wurden. Nur ein Beispiel möchte ich
zitiren (süddeutsch) = zitieren (preussisch). Die neue Rechtschreibung
setzte sich relativ rasch durch. Ein Grund dafür war, dass die
Filmindustrie sich ihrer bei den Zwischentitel der Filme bediente.
Einer der Buchstaben nimmt eine besondere Stellung ein: "s". Davon
gibt
es nämlich zwei Typen. Der heute gültige war damals das Schluss-s,
das "lange" s stand in den Wörtern. Die Umstellung (bei der
Handschrift in der Schule erst 1941/42) liess diese Buchstabenform bis auf
eine
Ausnahme fort: Im scharfen s = ß ist sie noch heute erhalten. (Bei der
jetzigen Rechtschreibreform hat man diesen Buchstaben zum 27. des
Alphabets erkoren, denn offiziell ist die Verwendung von "ss" dafür
ein
Rechtschreibfehler - allerdings nicht in der Schweiz, die das "lange" s
bei der Umstellung 1934 nicht mehr als gültig definierte.)
Eine weitere Einzelheit möchte ich noch erwähnen, da ich sie
interessant finde: Goethe schrieb seinen Namen in drei
unterschiedlichen Formen. So, wie wir ihn noch heute schreiben oder
mit dem e über dem o, das auch andere Schreiber oft bei Wörtern mit
den Umlauten verwendeten. Da aber diese Schreibweise manchen sehr
lästig wurde, ersetzten sie das e durch die beiden Punkte, wie wir die
Umlaute heute schreiben. Dies macht gewisse Schwierigkeiten, da es in
vielen Ländern diese Buchstabenform nicht gibt. Dort wird aber die
Umsetzung zu z.B. "oe" in Amtsschriften nicht anerkannt.
