Genie
Plural von Genius.
Aus dem lat., franz.: überragende schöpferische Geisteskraft, Kapazität,
Meister seines Fachgebietes. Bezeichnet einen hervorragenden begabten, schöpferischen
Mensch, auch Ingenium oder Koryphäe. Mit der Steigerung der schöpferischen
Kräfte und ihrer Konzentration auf einen bestimmten Schaffensbereich gehen
zuweilen Ausfälle in anderen Bereichen des persönlichen Lebens einher,
oft auch erhöhte Leidensfähigkeit bis zu seelisch-krankhafte Zügen.
In der Literatur der Aufklärung war das Genie wichtig, aber es musste
sich den Regeln der alten Kunst unterwerfen. Im Sturm und Drang war das Genie
selbst wichtiger als die Regeln, es durfte allein seine eigenen Regeln machen.
Im Genie äußert sich nach der Vorstellung des Sturm und Drang die
schöpferische Kraft der Natur. Die Natur wurde zum Inbegriff des Ursprünglichen,
Elementaren, Göttlichen und war nicht mehr das vernünftig Angeordnete
wie in der Aufklärung. Diese „ Genies“ kommen in der Hauptgattung
des „Sturm und Drang“, dem Drama, voll zu Entfaltung.
