Deutsche Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek ist die Nationalbibliothek für die Bundesrepublik
Deutschland und ihr nationalbibliographisches Zentrum. Ihr Auftrag ist es,
alle in Deutschland und in deutscher Sprache publizierten Schriften zu sammeln,
dokumentarisch zu erfassen und erschließen und in Bibliographien zu verzeichnen.
Die Deutsche Bibliothek ist als reine Archivbibliothek keine Bibliothek, die
wie öffentliche oder wissenschaftliche Bibliotheken ihre Bestände
auch in den Leihverkehr geben bzw. ausleihbare Buchbestände hat - sie
ist eine reine Präsenzbibliothek, bei der man die Medienbestände nur vor Ort
einsehen kann.
Offizieller
Name der Institution ist die Phrase „Die Deutsche Bibliothek“.
Die Bestandsdaten der Kataloge sind im Internet über einen Online-OPAC
(Online Public Access Catalog, d.h. Online-Katalog) für jeden User zugänglich.
Die Deutsche Bibliothek führt auch Dienstleistungen für Autoren aus,
z.B. die Titelrecherche. Alle Verlage sind gesetzlich verpflichtet, Pflichtexemplare
an Die Deutsche Bibliothek zu liefern.
Deutsche Nationalbibliographie (DNB)
Die Deutsche Bibliothek gibt in verschiedenen Publikationsformen und in regelmäßigen zeitlichen Abständen diverse bibliographische Reihen und Mehrjahresverzeichnisse heraus, bekannt als Deutsche Nationalbibliographie (DNB), so z.B. als Print-Version oder HTML-Version. Für die Verzeichnung gelten besondere bibliothekarische Standards, nach denen sich deutschlandweit alle Bibliothekare bei der Katalogisierung und Formalerfassung von Büchern und anderen Publikationsformen richten: die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK).
Innerhalb des DNB-Systems gibt es z.B. folgende Reihen:
- Reihe A – Veröffentlichungen innerhalb des Buchhandels
- Reihe B – Veröffentlichungen außerhalb des Buchhandels
(wird auch als "Graue Literatur" bezeichnet) - Reihe C – Karten
- Reihe H – Hochschulschriften
- Reihe T – Musiktonträger
Für den Buchhandel von besonderem Interesse ist das Service-Angebot eines Neuerscheinungsdienstes, der Buchmeldungen von deutschen Verlegern an das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) verzeichnet, und demnächst auf dem deutschen Buchmarkt erscheinende Bücher vorankündigt. Dieser Neuerscheinungsdienst ist Nachfolger der ehemaligen nationalbibliographischen Reihe N.
Historie und Gegenwart
Historischer Vorläufer der Deutschen Bibliothek ist die 1912 in Leipzig
gegründete Deutsche Bücherei, die bis 1945 die Funktion einer Nationalbibliothek
für Deutschland wahrnahm. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden nahezu
zeitgleich für die Bundesrepublik Deutschland und die DDR eigene Nachfolge-Zentren:
Während in der DDR die Deutsche Bücherei in Leipzig weiter bestand,
wurde in der Bundesrepublik 1947 in Frankfurt am Main die Deutsche Bibliothek
gegründet.
Nach dem Wiedervereinigungsvertrag vom 23.09.1990 bilden sowohl
die Deutsche Bibliothek in Frankfurt als auch die Deutsche Bücherei
Leipzig zusammen mit dem Deutschen Musikarchiv Berlin als „Die Deutsche
Bibliothek“ das deutsche nationalbibliographische Zentrum.
Jede der
drei Institutionen hat innerhalb des nationalbibliographischen Systems eigene
Aufgabenschwerpunkte: so ist in Frankfurt neben der Produktion und dem Vertrieb
der Bibliographien auch die Datenbank- und Internet-Betreuung angesiedelt.
In Leipzig befindet sich u.a. ein Forschungszentrum zur Bucherhaltung bzw.
Rettung von Büchern, die vom Säurefraß bedroht sind. Das Deutsche Musikarchiv
in Berlin ist für die Verzeichnung und Archivierung von Musik- und Tonträgern
und Musikalien zuständig.
Links:
Die Deutsche Bibliothek (Website): www.ddb.de
