Absurdes Theater
Das absurde Theater ist eine Unterkategorie des modernen Theaters und um 1950
entstanden. Der Schriftsteller Wolfgang Hildesheimer bezeichnet es als „Parabel über
die Fremdheit des Menschen in der Welt“, dessen Spiel der Verfremdung
diene. „Absurd“ wird es genannt, weil das Dargestellte weder mit
der Wirklichkeit noch der Erfahrung sowie Erwartung übereinstimmt.
Das absurde Theater verzichtet größtenteils auf Handlung und individuell
gezeichnete Charaktere, um die Entpersönlichung des Menschen hervorzuheben.
Es kennt weder feste Gesetze noch Ordnung. Stattdessen herrscht absolute Ratlosigkeit.
Im absurden Theater wird nicht über die Absurdität der menschlichen
Situation diskutiert, sie wird dargestellt. Gestik und Mimik sind bedeutungsvoller
als die Dialoge. Zum Teil widersprechen die gesagten Worte gar dem Dargestellten.
Die Figuren sind Typen und haben keine Personalität. Häufig übernimmt
eine Person zwei Rollen.
Bedeutende Werke
- Samuel Beckett (1906-1989): „Warten auf Godot“, „Endspiel“, „Spiel“, „Glückliche Tage“
- Eugène Ionesco (1909-1994): „Die Stühle“, „Die kahle Sängerin“, „Die Unterrichtsstunde“
- Harold Pinter (1930 geb.): „Der Hausmeister“, „Geburtstagsfeier“, „Der stumme Diener“
